Međimurska Popevka

Međimurska Popevka

Die Međimurska Popevka, die traditionelle Weise des Volksgesangs im Nordwesten Kroatiens, wurde in die Repräsentative UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen, was Generationen von Menschen zu verdanken ist, die, indem sie solche Volkslieder sangen, diese traditionelle musikalische Ausdrucksform vor dem Vergessen bewahren konnten.

 

Die ersten Notenaufzeichnungen gehen in das 16. Jahrhundert zurück. Obgleich die Popevka anfangs vorwiegend von Frauen praktiziert wurde, hört man diese Gesangsform heute in verschiedenen Versionen und zu verschiedenen Anlässen, und dieser Gesang gehört zu den identitätsbildenden Bindegliedern aller Bewohner des Raums Međimurje (dt.: Zwischenmurland). Wenn man die Struktur der Popevkas, aber auch das Alter der Verse betrachtet, lässt sich dieser traditionelle Gesang in alte und neue Volkslieder teilen. Nach Stilmerkmalen und besungenen Themen kann man von lyrischen und epischen Popevkas sprechen. Angesichts des Reichtums an Stilformen wundert es nicht, dass die Popevka heute von monophonen über mehrstimmige Gesänge bis hin zu mehrteiligen vokal-instrumentalen Interpretationen aufgeführt wird. Dabei beachtet man jedoch stets die ursprüngliche Form der Anlehnung der Verse an die Melodie und bildet so das traditionelle Volkslied.

 

Die Međimurska Popevka ist ebenso ein Bestandteil der traditionellen Tänze dieses Raums, doch das Praktizieren dieser spezifischen Gesangsform ist nicht ausschließlich an Bühnenaufführungen und Show-Veranstaltungen gebunden, sondern gehört zum Alltagsleben des Raums Međimurje, und das ist es, was ihr die Zukunft sichert. Denn mit der Popevka wächst man auf, liebt man, heiratet man, freut man sich und geht in die Kirche. Manchmal weint man auch, mit einer kleinen Dosis Melancholie, die für diesen Raum zwischen den Flüssen Mur und Drau charakteristisch sein soll.

 

Die Erhaltung dieser unverfälschten Tradition liegt in den Händen der Kultur-künstlerischen Vereine. Im Raum Međimurje wurden etwa fünfzig Meister dieses Gesangs identifiziert, deren Wissen und Fertigkeiten von entscheidender Bedeutung für die Aufnahme der Popevka in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit waren, natürlich mit der Unterstützung von Fachleuten sowie örtlichen und staatlichen Einrichtungen.

 

Erwähnenswert ist hierzu, dass es überwiegend die Frauen aus dem Raum Međimurje sind, die sich als Mentoren bei der Weitergabe der Popevka an jüngere Generationen verdient machen. Unter all den wertvollen Trägern dieses Kulturerbes, den vielen Sängerinnen und Sängern, sticht Elizabeta Toplek, bekannter als „Tante Lisa“, als authentischste Stimme und als Wahrzeichen der Popevka von Međimurje besonders hervor. Zusammen mit den anderen Interpreten wird sie nun, nach der Entdeckung dieses musikalischen Schatzes Kroatiens, sicherlich auch ein großes internationales Publikum gewinnen.