Der Sliwowitz (Šljivovica)

Der Sliwowitz (Šljivovica)

Der Sliwowitz ist der bekannteste Obstbrandtyp; wegen seiner Stärke und der angenehmen Wärme, die er beim Trinken verursacht, ist er in Kroatien und den umliegenden Ländern besonders beliebt.

 

Oft als Aperitif vor dem Essen, aber auch als Digestif zum Abschluss einer reichhaltigen Mahlzeit serviert, ist der Sliwowitz ein Alkoholgetränk, das am besten schmeckt, wenn es hausgemacht ist und in guter Gesellschaft getrunken wird. Von der Qualität her werden der Sliwowitz von Lika und der von Slawonien am meisten geschätzt, wobei der slawonische Sliwowitz dank seiner mehrhundertjährigen Tradition auch eine geschützte geografische Angebe trägt. In dieser Region waren Zwetschgenbäume nämlich Teil jedes Hausgartens, und die reiche Ernte an jedem Herbst wurde zu schmackhafter Marmelade oder zu starkem Rakija verarbeitet. In den „Pecaras“ – den besonderen Räumen, die für das Rakija-Brennen vorgesehen waren, standen große hölzerne Bottiche, „Kace“ genannt, die zur Fermentation des Obstes verwendet wurden, wie auch der Kessel zum Brennen des Schnapses.

 

Im 19. Jahrhundert wurde der Obstbrand in Kesseln aus gebrannter Erde destilliert, die später durch Kupferkessel ersetzt wurden. Zur Herstellung von Sliwowitz verwendete man Sorten wie die šljiva bistrica, die meistens in den slawonischen Regionen angepflanzt wurde, aber auch zahlreiche autochthone Sorten wie bijelica, turkinja oder trnovača.

 

Reife Zwetschgen, vom Baum gefallen oder planmäßig gepflückt, wurden von Blättern und Stängeln befreit und entkernt. Die gesäuberten Zwetschgen wurden drei bis vier Wochen in Bottichen liegen gelassen, damit sie weicher werden und fermentieren. Dann wurden sie im Kessel gebrannt, um ihnen die wertvolle Flüssigkeit zu entziehen. Da es sich beim Schnapsbrennen um einen mehrstündigen Prozess handelte, wurde er meistens in Gesellschaft von Nachbarn oder Freunden erledigt, wobei das Destillat vom Vorjahr unbedingt gekostet werden musste.

 

Der slawonische Sliwowitz wird als besser angesehen, je älter er ist. Nach der einmaligen Destillation wird der Schnaps in Fässer aus slawonischem Eichenholz gegossen, wo er sein einzigartiges Aroma, die goldgelbe Farbe und den gut bekannten Duft des hausgemachten Rakija annimmt.