Paprika-Fischeintopf - Fiš-Paprikaš

Paprika-Fischeintopf - Fiš-Paprikaš

Karpfen und Forellen finden sich am häufigsten auf den Märkten Kroatiens, denn sie werden in vielen Fischzuchten gezüchtet. Aber informierte Kunden wissen, dass das Angebot viel breiter ist: Wels und Zwergwels (beliebt aus praktischen Gründen: er hat keine kleinen Gräten, sondern nur ein Rückgrat) bekommt man auf den kontinentalen Fischmärkten oft. Etwas seltener findet man die außerordentlich schmackhaften Zander und Hechte. Eine Seltenheit ist der Schlei, ein fettiger, aber sehr delikater Fisch. In jüngster Zeit wird auf dem Zagreber Markt Dolac eine günstige, aber sehr gut schmeckende geräucherte Brasse angeboten, sehr geeignet für geduldige Feinschmecker: Sie hat eine Menge kleiner Gräten. Aal lässt sich nicht züchten, aber er findet sich dennoch auf den Fischmärkten. Auch eine andere gastronomisch interessante Art lebt in den klaren kalten Flüssen, die Äsche, aber nach ihr muss man suchen, denn sie erscheint auf den Märkten fast nie.

 

Außer dem klassischen Fleisch-Eintopf Paprikaš, der eine warme Stärkung nach einem anstrengenden Arbeitstag oder einem kalten Wintertag darstellt,, nimmt der Paprika-Fischeintopf (Fiš-Paprikaš), ein reiches Suppengericht aus Slawonien und der Baranja, eine besondere Stellung in der kroatischen Gastronomie ein. Wie der Name schon vermuten lässt, wird der Paprika-Fischeintopf mit Fisch zubereitet, und zwar mit Flussfisch, und deshalb kommt er gerade in diesen Regionen besonders oft vor, wo Flüsse eine große Rolle spielen. Man geht davon aus, dass diese Speise von Zuwanderern aus Süddeutschland nach Kroatien gebracht wurde. Sie wird auch mit den Ungaren in Verbindung gebracht, die einst den Raum der heutigen Baranja besiedelt hatten. Heute ist der Paprika-Fischeintopf im ganzen Land als besondere Spezialität dieser zwei Regionen bekannt.

 

Der Paprika-Fischeintopf wird traditionsgemäß im Kupferkessel über offenem Feuer zubereitet. In den Kessel kommen Wasser und Zwiebeln und in Stücke geschnittene gesäuberte Flussfische wie Wels, Karpfen und Hecht, die man über dem Feuer zum Kochen bringt. Kurz bevor der Eintopf aufkocht, gibt man Gewürze ins Wasser, die dem Paprika-Fischeintopf seine typische Farbe und seinen pikanten Geschmack verleihen. Die Rede ist natürlich von dem süßen und scharfen Paprikapulver, das gerade in Slawonien und der Baranja oft und gerne verwendet wird. Nach etwa zehn Minuten des Köchelns gibt man Salz, Tomatenmark, Weißwein, Fisch-Gameten und Fischeier dazu, dann köchelt der Eintopf noch weitere zwanzig Minuten. Der Paprika-Fischeintopf wird mit hausgemachten breiten Nudeln serviert, er schmeckt aber auch hervorragend mit frisch gebackenem Brot aus dem eigenen Brotofen.

 

Rezepte für den richtigen Paprika-Fischeintopf gibt es so viele, wie es Familien aus Slawonien und der Baranja gibt. Ausschlaggebend dabei ist, dass der Fisch frisch und hochwertig sein muss und dass der Fischeintopf in guter Gesellschaft gekocht und verspeist wird. Aus diesem Grunde finden überall in Ostkroatien Wettbewerbe statt, bei denen sich alles um das Kochen des Paprika-Fischeintopfs dreht. Diese Veranstaltungen heißen Fišijada; Teilnehmer aller Altersgruppen zeigen hier ihr Können, in dem Wunsch, dass gerade der Inhalt ihres Kessels den Siegertitel einheimst.